Google Voice Search – wie Unternehmen sich darauf vorbereiten

In bereits 60 Sprachen ist die Sprachsuche über Google Voice Search möglich. „Ok Google“, „Alexa, wie wird das Wetter heute in Bremen?“, „Siri, wo finde ich den nächsten Baumarkt?“ Der Voice Search Trend wird jedoch nicht nur die Google Suche umwälzen, auch unsere Kommunikation verändert sich mit ihr. Das liegt an den Conversational User Interfaces, kurz CUI, wie Alexa, Cortana, Siri und Co. Sie liefern uns die Informationen, nach denen wir suchen – einfacher und schneller als per Textsuche. Einfacher, weil Voice Search mit natürlicher Sprache funktioniert: Wer das Internet durchforsten möchte, stellt seine Frage direkt an den Sprachassistenten. Schneller, weil jeder schneller sprechen als schreiben kann. Viele Funktionen können bisher per Sprachsteuerung genutzt werden. Die Deutschen würden, laut einer Umfrage von Statista, ihre Assistenten vor allem Google durchstöbern, das Wetter abfragen oder sich an Termine erinnern lassen:

https://de.statista.com/infografik/8757/art-der-nutzung-von-digitalen-sprachassistenten/

Eine weitere Befragung von Oktober 2017 hat ergeben, dass bisher jede fünfte Person Sprachassistenz benutzt. 64 % davon nutzten Voice Search auf mobilen Geräten.

https://de.statista.com/infografik/13332/bei-welchen-geraete-die-sprachsteuerung-genutzt-wird/

Und es werden noch mehr Menschen dazukommen: Aktuellen Hochrechnungen des Marktforschungsunternehmens Tractica zufolge könnten es im Jahr 2021 weltweit bereits 1,8 Mrd. Menschen sein, die Sprachassistenten privat nutzen.

https://de.statista.com/infografik/5627/nutzung-von-digitalen-virtuellen-assistenten/

Was bedeutet eine Umstellung auf Voice Search Angebote für meine Website?

Wie bei jedem neuen Trend im Online Marketing wird sich mit der Zeit zeigen, was sich bewährt. Klar ist jedoch: Auf die veränderte Kommunikation müssen sich Unternehmen, die im Netz aktiv sind, einstellen. Besonders im Bereich der Optimierung von Webinhalten für Suchmaschinen (SEO), gilt es, die neuen Nutzungsmuster zu berücksichtigen, um auch künftig gut gefunden zu werden:

  • Natürliche Sprache in den Texten verwenden
  • Longtail-Keywords stärker einbeziehen
  • Die Fragen rund um das Thema des Artikels aufgreifen und beantworten
  • Präzise Antworten strukturiert liefern

Für Voice Search wird natürliche Sprache verwendet – also tu es auch

Wer in der Voice Search gefunden werden will, sollte seinen Content wie gesprochenes Wort formulieren. Somit ist er nicht nur für NutzerInnen verständlicher, auch Suchanfragen via Voice Search können besser beantwortet werden. Denn die Menschen sprechen mit ihren Sprachassistenten wie mit Freunden und integrieren sie auf diese Weise in ihren Alltag.

Immer die W-Fragen des Themas beantworten

„Siri, wie wird das Wetter morgen in Bremen, wann macht Starbucks am Bahnhof auf? Und wo ist die nächste SEO Agentur in Bremen?“ Content, der eine schnelle und eindeutige Antwort auf die Fragen liefern kann, hat gute Chancen, weit oben in den Google Rankings ausgespielt zu werden. Aber aufgepasst: Wo Antworten sind, da sind auch Fragen. Nur wer die relevanten Fragen zu seinem Thema kennt, kann die richtigen Antworten geben. Sich wirklich in die Perspektive seiner Zielgruppe zu versetzen und auf dieser Basis Website-Texte zu schreiben, lohnt sich! Manchmal ist das aber gar nicht so einfach. Unser Tipp: Ein tolles Tool, um herauszufinden, welche Fragen Nutzer zu einem Thema bei Google eingeben, ist Answer the Public.

Fragen auch in der Meta-Description und dem Title-Tag beachten

Wer sich die Suchergebnisse (SERPs) zu einem Thema genauer ansieht, wird merken, dass gut rankende Webseiten fast immer auch den Suchbegriff enthalten. Logischerweise gilt das Prinzip auch für Voice Search – die gesuchte Frage im Titel-Tag oder der H1-Überschrift zu berücksichtigen, hilft, das Google Ranking zu verbessern.

Durch Voice Search werden Longtail-Keywords wichtiger

Ganz klar ist, die Suchanfragen werden durch die Voice Search länger. Wer mithilfe seines Sprachassistenten nach einer SEO Agentur sucht, der tippt nicht „SEO Agentur Bremen” ein, sondern sagt: „Ok Google, such mir eine SEO Agentur in Bremen“. Darauf sollten Unternehmen vorbereitet sein.

In den verschiedensten Branchen macht es deshalb Sinn, so viele Daten wie möglich bereitzustellen. Denn Google und Co. heben einige Ergebnisse auf Suchanfragen besonders hervor. Dies geschieht unter anderem in Rich Snippets. Sie sind eine Erweiterung der regulären Snippets im Suchergebnis, welche Title-Tag, URL und Metadescription anzeigen. Rich Snippets geben kleine Inhaltsauszüge der Website bereits in den SERPs preis. Oft stehen sie im Zusammenhang mit lokalen Keywords. Etwa die Suche nach dem nächsten Restaurant oder den Öffnungszeiten des Baumarkts in der Stadt. Andere geben Antworten auf Fragen, indem sie etwa ein Rezept hervorheben.

Dieses Rezept ist ein sogenanntes Featured Snippet. Es bezieht sich lediglich auf eine Website und hebt eine Liste hervor. Tabellen könnten ebenfalls durch Featured Snippets hervorgehoben werden. Was in die Snippets angezeigt wird sammelt sich Googles Wissensspeicher der Knowledge Graph zusammen.

Antworten kurz und strukturiert verpacken für den Google Knowledge Graph

Direkte Antworten bekommen NutzerInnen vom Google Knowledge Graph. Besonders bei gesuchten Fragen durch Voice Search filtert er präzise Ergebnisse heraus. Diese werden kurz und knapp in einer Infobox, der Google Onebox, einem Snippet oder dem Karussell präsentiert:

Das strukturierte Bereitstellen der Daten für Google ist in diesem Falle sehr wichtig. Andernfalls kann der Knowledge Graph die Website nicht richtig lesen und wird die Daten nicht in den Suchergebnissen anzeigen. Mit der von schema.org entwickelten Ontologie können Website-Inhalte für Suchmaschinen strukturiert werden. Bei einem Rezept kann Google so die einzelnen Zubereitungsschritte oder die Kochzeit von der Website erfassen. Um die eignen Webinhalte mit schema.org zu stukturieren, sind Programmierkenntnisse notwendig. Für wen HTML und CSS absolute Fremdwörter sind, empfiehlt sich der Fachrat einer Agentur.

Google bietet zudem das Testtool für strukturierte Daten an. Dort können Webmaster ihre URL abrufen und die eigene Seite auf die Struktur überprüfen.

Der Knowledge Graph verunsichert Webmaster

Neu ist, dass NutzerInnen aufgrund des Knowledge Graph oft nicht länger auf die Website klicken müssen, um gewünschte Informationen zu erhalten. Google blendet wichtige Infos bereits über eine Onebox in den SERPs ein. Viele Webmaster sind deshalb unsicher, ob der Knowledge Graph ihr Freund oder Feind ist. Nicht neu ist jedoch der Trend zur immer schnelleren Informationsbeschaffung. Aus der Suche in der Bibliothek wurde die Suche am eigenen Computer, daraus die mobile Suche und schließlich die Voice Search. Google nutzt diese inzwischen auch für Smart Displays:

https://www.youtube.com/watch?v=0GSClzO3xh0

Die Suche mit der eigenen Stimme ist noch in den Kinderschuhen, die Marktforschung zeigt aber schon jetzt: Voice Search boomt und hat seinen Höhepunkt längst nicht erreicht. Die Anzahl der Spracherkennungs-Funktionen steigt immer weiter an und wir beobachten diesen Bereich des Online Marketings gespannt.