,

SEO & Content Marketing – Gegensätze ziehen sich an

Content Marketing, im Sinne hilfreicher, redaktioneller Inhalte von Unternehmen im Netz, boomt nicht nur, sondern gerät auch zunehmend in die Hand professioneller Redaktionen, die oft aus ehemaligen Journalisten bestehen. Diese Profis wissen wie guter Text geht und entlasten zum Beispiel ehemals bloggende Mitarbeiter, die sich wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Das Problem: Kreatives Texten hat traditionell wenig mit Aufgaben wie Keyword Recherche und Onpage Optimierung zu tun. Einigen Schreiberlingen graut es gar, wenn sie die Begriffe SEO und Content Marketing in einem Atemzug hören. Zu Unrecht, denn ohne SEO Strategie bleiben relevante Inhalte für Webnutzer unsichtbar.

Alles oder nichts: Sicher gefunden wird, wer es auf Seite eins schafft

Suchmaschinen, allen voran Google (Marktanteil 94,5%, Deutschland 2016), haben ihre Algorithmen in den letzten Jahren stetig optimiert. Webnutzer erkennen das und durchsuchen immer seltener mühsam die hinteren Ergebnisseiten. Für Unternehmen, die Content Marketing betreiben, bedeutet das: Inhalte, die nicht zum Selbstzweck geschaffen wurden, sondern um relevante Zielgruppen zu erreichen, müssen mittelfristig auf der ersten Suchergebnisseite auffindbar sein.
Doch von vorn. Im Grunde genommen schafft Content Marketing mit guten Texten die Grundlage für jede Suchmaschinenoptimierung. Google & Co. verstehen bis heute nur Text – Bilder, Videos und andere multimediale Inhalte bedürfen Beschreibungstexten, um in den Suchergebnissen auffindbar zu werden. Unternehmen, die authentische Geschichten erzählen oder als Fachexperten How-To Anleitungen publizieren, produzieren Inhalte, die sich nicht primär an eine diffuse Masse richten. Stattdessen werden oft Nischeninteressen befriedigt, denn Content Marketing bietet auch solchen Themen eine Plattform, die in Massenmedien keinen Platz finden. Ursache ist ein völlig unterschiedliches Geschäftsmodell. Während Journalismus im Netz ständig auf hohe Klickzahlen angewiesen ist, um sich über Werbeeinnahmen zu refinanzieren, ist Content Marketing langfristig angelegt. Manager scheinen sich im Hinblick auf den Return on Investment (ROI) in Geduld zu üben. Man setzt weniger auf direkt sichtbare Erfolge, wie eine unmittelbare Verkaufssteigerung, als den Aufbau immaterieller Werte wie Vertrauen, Reputation und eine stark Marke.
Vielleicht liegt hier ein Grund, warum SEO und Content Marketing gut harmonieren. Unternehmen bieten Google & Co. die benötigten Inhalte, um spezifische Suchanfragen zu bedienen. Gerade im B2B-Bereich stürzt man sich nicht nur auf reichweitenstarke Begriffe mit mehreren Tausend Suchanfragen, sondern weiß um den Wert einzelner Kontakte zu Hochinteressenten. Das Ziel, mit einer Unterseite auf Seite eins auffindbar zu werden, rückt damit wieder in greifbare Nähe. Über eine Keyword Recherche lassen sich nach wie vor unzählige Nischen im Themenkontext einer spezifischen Branche identifizieren. Auf solche Nischen ausgerichtete Artikel, die den Grundsätzen der Suchmaschinenoptimierung folgen, haben gute Chancen, eine Platzierung auf der ersten Ergebnisseite zu erreichen.

Warum es mehr als nur guten Content braucht

Relevante Inhalte, die auf ein spezifisches Suchinteresse ausgerichtet sind, bilden die Basis für Sichtbarkeit im Netz. Sie sind notwendige, allerdings nicht hinreichende Bedingung für gute Keyword Rankings. Vielmehr bilden der technische und strukturelle Aufbau einer Website ebenso wichtige Erfolgsfaktoren einer SEO Strategie wie Inhalte, die fachgerecht auf die Auffindbarkeit zu relevanten Suchbegriffen optimiert sind.
Lange Zeit setzte man bei der Suchmaschinenoptimierung auf externe Links, die wie eine virtuelle Empfehlung für gute Webinhalte wirken sollten. Diese Idee geht auf Larry Page, einen der Gründer von Google, zurück und manifestierte sich im sogenannten Page Rank. Die sinnvolle Idee, dass gute Inhalte im Netz häufiger verlinkt werden, wurde allerdings häufig durch künstlichen Linkaufbau missbraucht. Die meisten Suchmaschinen gewichten eingehende Links heute daher weniger stark. Auch weil Content immer mehr über soziale Netze verbreitet wird und Querverlinkungen zwischen einzelnen Websites abnehmen.
Interne Verlinkungen und die Struktur einer Website geben hingegen nach wie vor wichtige Signale, welche Inhalte besonders relevant sind. Versteckt sich zum Beispiel der Content-Bereich einer Corporate Website in tieferen Navigationsebenen, ist er für Nutzer und Suchmaschinen gleichermaßen schlecht auffindbar. Der Trend geht vielmehr zu flachen Seitenstrukturen und vielen sinnvollen Verlinkungen direkt aus dem Inhaltsbereich einer Seite. Solch netzwerkartige Strukturen erleichtern Besuchern die Navigation durch umfangreiche Inhalte – Wikipedia macht es vor.
Darüber hinaus wirken sich Seitenladezeiten und die Mobile Friendliness, also die Optimierung einer Website für Smartphones und Tablets, deutlich auf die Auffindbarkeit in Suchmaschinen aus. Das im April 2015 veröffentliche sogenannte Mobile-Geddon-Update ist ein wesentliches Signal für die steigende Relevanz dieses Themas.

Fazit

SEO und Content Marketing gehen Hand in Hand und stellen im Optimalfall weniger Gegensätze als vielmehr eine Symbiose dar. Gute Inhalte sind die Basis für Sichtbarkeit im Netz. Klar ist aber auch: Nur wer aktuelle Trends der Suchmaschinenoptimierung beobachtet und in eine Content-Strategie mit einbezieht, hat die Chance auf echte Sichtbarkeit.

 

Quellen:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167841/umfrage/marktanteile-ausgewaehlter-suchmaschinen-in-deutschland/

1 Antwort
  1. Anonymous
    Anonymous says:

    Interessanter Artikel!
    Bleibt abzuwarten, wie es mit dem Content-Hype weitergeht, bisher scheint ja kein Ende in Sicht. …freu mich auf mehr von euch.

    Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.