Spannend, turbulent und lehrreich: Ein Jahr z-weitsicht und was davor geschah

Das Datum auf unserer Gewerbeanmeldung: 01.06.2015. Ein paar Zahlen, die bedeutungslos erscheinen. Für uns sind sie wohl nicht der Anfang, sondern vielmehr der Teil einer Geschichte, die länger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Einen kleinen Ausschnitt zeigt diese, nicht ganz ernst gemeinte, Anekdote.

Akribische Vorbereitungsphase

Ich lernte Tobias in der 12. Klasse im zarten Alter von etwa 17 Jahren kennen. Die Chemie stimmte irgendwie – vielleicht lag es auch daran, dass nur 7 Jungs im Englisch-Profil vertreten waren? Egal! Jedenfalls waren wir recht schnell so etwas wie Kumpel.

Ein paar Monate später stellte sich heraus, dass wir auch ein Interesse teilten: Unternehmensgründungen. Eifrig recherchierten wir nach einem Businessplanwettbewerb für Schüler, wurden fündig, nahmen teil und schafften es bis ins Bundesfinale von “Jugend Gründet”. Alle so: “Jugend Gründet?”, wir so: “Ja, das ist so was wie Jugend Forscht, nur mit Businessplänen!”. Das begrenzte Interesse von Mitschülern und Lehrkräften stieg etwas, als die Presse berichtete und wir mit einem kleinen Radio-Bericht gekürt wurden.

Unternehmensgeschichte Jugend Gruendet Gewinner

Der Weser Kurier berichtet über unsere Teilnahme am Bundesfinale von Jugend Gründet

Die scheinbar zum Greifen nahe Reise ins Silicon Valley, als Hauptpreis des Wettbewerbs, verpassten wir am Ende. Trotzdem schnupperten wir zum ersten Mal einen Hauch von Gründerluft und mussten zugleich feststellen, dass Business Angels keine Flügel, sondern meist wenig Haar und graue Bärte haben.

Gut 6 Jahre später kreuzten sich unsere Wege wieder. In der Zwischenzeit hatte sich einiges getan. Tobias studierte in Mannheim, ich war in Bremen geblieben. Der Kontakt war jedoch nie abgerissen. Mindestens ein Funken der Magie von damals war noch da. Wir wollten etwas gründen, diesmal nicht auf dem Papier, sondern ganz real. Während meines Kommunikations-Studiums arbeitete ich knapp 2 Jahre in einer Digitalagentur. Tobias brachte das wirtschaftliche Know-How aus seinem Studium in Mannheim mit. Vor diesem Hintergrund fragten wir uns, ob es ein grundlegendes Problem in der zunehmend digitalisierten Welt gibt, das wir mit unserem Wissen lösen können.

Was ist für Unternehmen heute besonders wichtig?

Wir erinnerten uns, dass erfolgreiche Konzerne sich weniger durch besondere Produktmerkmale auszeichnen als durch immaterielle Werte. Wirtschaftlicher Erfolg beruht zunehmend auf starken Marken, Vertrauen und geschickter, gezielter Kommunikation. Gleichzeitig wird es für Unternehmen immer schwieriger, ihre Zielgruppen noch zu erreichen. Menschen werden tagtäglich von einer Flut von Informationen überrollt und selektieren sehr genau, was sie aufnehmen und was nicht. Dies tun sie im Netz vor allem über große Suchmaschinen wie Google – die Nutzer bedienen sich der stetig verbesserten Algorithmen, um sich gezielt zu informieren und die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Dadurch ergeben sich für Unternehmen enorme Potenziale: Wer seine Inhalte fachgerecht auf die Bedürfnisse seiner Kunden ausrichtet und für relevante Suchbegriffe ganz oben rankt, hat einen entscheidenden Vorteil. Klassische Werbung funktioniert dagegen immer schlechter. Auch weil sich das Mediennutzungsverhalten ändert: Während Fernsehen & Rundfunk stagnieren und Tageszeitungen in der Krise stecken, entstehen im Netz ständig neue Interaktionsformen. Blogs, Youtube, Foren, Facebook, Snapchat und Co. bieten ein gewaltiges Medienangebot, das absolut jeden Bedarf abdeckt.

Unternehmen trotz dieser Herausforderungen bei relevanten Zielgruppen sichtbar zu machen, sahen und sehen wir als zentrale Herausforderung. Damit war die  Basis für die Gründung unserer Agentur geschaffen.

Von WG-Küchen und langen Busfahrten

Unser erstes Büro war sehr gut ausgestattet – zumindest mit Küchengeräten. Dank der herausragenden Toleranz meines damaligen Mitbewohners, ging es also ein paar Tage mit ganz, ganz wenig.

Gründung einer SEO Agentur

Das erste Büro von z-weitsicht

Die WG-Küchen-Phase ließen wir dann glücklicherweise schnell hinter uns und zogen in ein Gemeinschaftsbüro am Fallturm an der Uni Bremen. Eigentlich fühlte ich mich dort fast schon heimisch, war ich gleich nebenan doch jahrelang in der Uni ein- und ausgegangen. Die Legende, dass Informatiker nicht gerne reden und in dunklen Kellern hausen, lässt sich mit unseren netten Büronachbarn übrigens nicht belegen. Wer zuverlässige App-Entwickler sucht, wendet sich auch deshalb am besten direkt an die Jungs von Convelop.

Kurz nach unserem Einzug erwartete uns aber schon die nächste große Herausforderung: Wie erreicht man einen potentiellen Kunden in einem Industriegebiet außerhalb Bremens ohne fahrbaren Untersatz? Während die Hinfahrt noch gut mit dem Überlandbus zu meistern war, erlebten wir nach dem Termin eine böse Überraschung, denn der letzte Bus gen Heimat war längst abgefahren. Wie zwei begossene Pudel standen Tobias und ich an der Haltestelle. Gut, wenn man in solchen Fällen Freunde mit Führerschein und Auto hat.

Wo geht die Reise einmal hin?

Als junge Agentur legen wir besonders großen Wert darauf, in engem Kontakt mit unseren Kunden zu stehen. Wir wissen, dass viele Agenturleistungen nur schwer von außen nachvollziehbar sind. So hat schon manch ein Auftraggeber gefragt: Was macht ihr denn eigentlich bei einer Suchmaschinenoptimierung? Mittels engen Beziehungen und regelmäßigem Austausch möchten wir deshalb Transparenz herstellen und das soll auch in Zukunft so bleiben. Wir sind neugierig und verstehen uns ein Stück weit als Forscher, in einer Welt, die sich rasant entwickelt. Wir wollen offen bleiben für Veränderungen und neue Trends auf ihren Nutzen prüfen, um definierte Ziele unserer Kunden zu erreichen. Deshalb besuchen wir nicht nur regelmäßig Konferenzen in Deutschland, sondern richten unseren Blick auch auf die USA und aufstrebende asiatische Märkte. Auch bewerten wir aktuelle Forschungsergebnisse auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis.

Wo wir in einigen Jahren stehen werden, weiß selbst Google Trends nicht zuverlässig zu beantworten – den Weg dorthin gemeinsam mit unseren Kunden zu beschreiten, können wir jedoch kaum erwarten.

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